Wenn sich unsere Lebenssituation und Leistungsfähigkeit wegen Krankheit, Jobverlust oder aus anderen Gründen verändert, kann die Frage aufkommen: Ist nun alles vorbei? Bin ich nun «weg vom Fenster?»
Es ist nicht leicht, wenn man gezwungen ist, langjährige Selbstverständlichkeiten oder Rollen aufzugeben. Es ist harte Arbeit, sich mit der Situation abzufinden und einen Teil seiner Identität vielleicht ganz neu definieren zu müssen. Doch neue Perspektiven können auch zu einer Chance werden. FENSTER ZUM SONNTAG porträtiert Menschen, die von einer solchen Reise der Veränderung erzählen und entdecken, dass ihr Wert nicht von Umständen, Aufgaben und Rollen alleine abhängt.
Vor zehn Jahren hat Fabienne Dütschler zwei Hirnblutungen erlitten und leidet seit sieben Jahren zusätzlich an einer degenerative Muskelkrankheit. Sie ist halbseitig gelähmt und seit 2018 für längere Strecken auf einen Rollstuhl angewiesen. Trotz all dem, lässt sich die 55-jährige Bülacherin nicht die Freude am Leben nehmen.
Die Realität der Pensionierten hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Der Pastor Beat Brugger stellt fest, dass dieser Altersgruppe nach dem Übergang in die Rente oft noch rund 20 Jahre bevorstehen, in denen ihnen ihre körperliche und mentale Verfassung ein aktives Leben ermöglicht. Mit seinem Projekt «Pension mit Vision» will er Betroffene ausrüsten, um diese postberufliche Lebensphase zu gestalten und sinnvoll zu erleben. Der Unternehmensberater Christian Sartorius hat an einer der Impulsreihen teilgenommen und wurde inspiriert seine Zukunft schon frühzeitig zu planen. Er machte Nägel mit Köpfen und verkaufte seine Firma, um frei für neue Abenteuer zu sein.
Der SP-Politiker Philipp Hadorn war acht Jahre lang Nationalrat. 2019 wurde er überraschend nicht wieder gewählt. Es folgte eine Zeit der Verunsicherung und Neuorientierung. Was für Hadorn aber zu jederzeit klar blieb, war dass seine Identität und sein Selbstvertrauen nicht von einer Position abhängen.
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